Es werde Licht!

Flackernde Lichter. Eiszapfen an den Fenstern. Bahnhofslärm. Achtung: Zugverkehr! Knarzende Bodendielen. Ersticktes Husten. Schachspieler. Mainaschaffer. Gegner. „Zu dunkel, zu kalt, zu laut!“. „Das Brett muss wo anders hin!“ Nonverbale Remisablehnung. Beschwerden. Wollten wir nicht eigentlich Schach spielen? Also auf gehts:

Brett 1: Spannender Sizilianer bei Michael Pfarr. Figurenopfer des Gegners. Abgelehnt. Zwischenzeitlich -7.00. Das Qualitätsopfer von Schwarz war unnötig und bringt Weiß zurück ins Spiel. Trotzdem Michael steht besser. Zeitnotphase und 33. …,Lf8?? stellt die Partie quasi einzügig ein.

M. Konik (2038) – M. Pfarr ( 2057)

Stellung nach 12. exf5. Weiß lässt den Läufer auf g5 hängen. Stockfish würde ihn nehmen.

 

Brett 2: Ebenfalls sizilianische Eröffnung bei Grünewald – Schricker. Das Spielt geht in eine d-Isolani-Struktur über. Florian verpasst 32. Tf8! und macht einen berühmten schlechten 41. Zug. Schwarz bekommt einen Freibauern auf der e-Linie und die Eroberung kostet Weiß zu viele Bauern. Leider 0 – 2, obwohl beide Bretter Remisangebote abgelehnt haben.

Brett 3: Jonathan eröffnet ebenfalls mit Sizilianisch. Er vertauscht die Eröffnungsaufbauten und steht gedrückt. 15. …, b5? Bauernopfer, um die gedrückte Stellung zu lösen. Leider keine Kompensation und Weiß erhält Freibauern auf der b-Linie. Aufgabe von Schwarz war nicht mehr fern.

Brett 4: Königsgabmit bei Susallek – Pabel. Schnell ist der schwarze Monarch exponiert (9. Sx7) und Weiß erhält Turm + Bauern gegen Läufer + Springer. 13. …, Dxh4 war too much. Weiß erlangt perfekte Koordination seiner Figuren und den baldigen Sieg.

Brett 5: Marius spielt gegen das Londoner System und erreicht bald eine überragende Dominanz im Zentrum. 26. …, Txc4 (Qualitätsopfer) leitet einen vielversprechenden Angriff ein. Nach 32. …, Lxh3+ kommt Weiß wieder ins Rennen. 37. Td8?? war dann der entscheidende Fehler und die Schwarzen Figuren drangen durch. Angeblich sei es im Spielsaal so laut wie am Bahnhof. Achtung: Zugdurchfahrt!

W. Reisert (1933) – M. Böhl (1820)

Mit 26. …, Txc4 leitete Marius einen gefährlichen Angriff ein.

 

Brett 6: Die Partie Kemmerer – Sittinger verläuft nach italienischer Eröffnung relativ unspektakulär. Nach Abtauschen einigte man sich auf Remis.

Brett 7: Michael Stadtmüller geriet nach slawischer Eröffnung nach 18. …, Lxa3 auf Abwege (Dame gegen Turm + Turm + Bauer). Schwarz ließ jedoch erst die Chance zum Gewinn, dann zum Remis durch Dauerschach aus. Fragwürdiges Turmopfer und Weiß gewann leicht.

Brett 8: Kevin Trapp spielte ein abgelehntes Damengambit. Nach Abtauschen ein sehr remisliches Mittelspiel und Punkteteilung nach dem 40. Zug.

Insgesamt ein 4-4 Unentschieden. Schade um die ersten beiden Bretter, die Remis in besserer Stellung ablehnten und dann verloren.  Das nächste Mal bringen wir ein paar Kerzen mit. Fiat Lux! 😉

 

Bericht: Jonathan Simon